Arbeitslosigkeit

Arbeitslosigkeit

Beitragvon MatthiasDilthey » 11. Januar 2012, 22:36

Sowohl in der Politik als auch in der Gesellschaft wird der Begriff „arbeitslos“ sehr oft mit „erwerbslos“ verwechselt.

Ein Privatier, der ausschließlich vom Erbe seiner Eltern auf großem Fuß lebt, also nichts arbeitet, sprich arbeitslos ist, würde weder von der Gesellschaft noch von der Politik als Arbeitsloser bezeichnet werden.

Ganz im Gegensatz zu einem ausschließlich ehrenamtlich engagierten Bürger, der sich voll und ganz seiner Vereins- oder Sozialarbeit widmet. Dieser Bürger wird als Arbeitsloser, manchmal sogar als „Sozialschmarotzer“ bezeichnet, obwohl er eigentlich nur erwerbslos ist. Denn er arbeitet halt nur ohne Lohn, ohne Erwerb.

Und ohne die erwerbslos Arbeitenden würden viele Bereiche des öffentlichen Lebens zusammenbrechen: THW, Feuerwehren, Rettungsdienste, Parteien, Vereine.

Ohne Privatiers hätte nur der Party-Service ein paar weniger Aufträge.....

Der Faktor „Arbeit“ verliert durch den immer weiter steigenden Automatisierungsgrad zunehmend an Gewicht. An Vollbeschäftigung im herkömmlichen Sinn ist nicht mehr zu denken.

Instrumente wie „Ich-AG“ oder Niedriglohn-Jobs erweisen sich als Flop.

Zumal es ethisch-moralisch nicht vertretbar ist, Arbeitslosengeldempfänger in eine selbständige Tätigkeit (die Ich-AG) zu drängen, für die ein Markt fehlt oder zu einer Erwerbstätigkeit zu zwingen, die wegen des niedrigen Lohnes kein vernünftiges Auskommen ermöglicht.

Ebensowenig ist es vertretbar, Empfängern von Arbeitslosen- oder Sozialhilfe erst jegliches Vermögen aufbrauchen zu lassen, bevor die Hilfe gewährt wird; zumindest, wenn die Hilfsbedürftigkeit nicht selbstverschuldet worden ist.

Arbeitslosengeldempfänger dürfen nicht zu Bürgern zweiter Klasse degradiert werden.
„Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, ob was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter - Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.”
(Jean-Claude Juncker erklärt seinen EU-Kollegen die Demokratie)
MatthiasDilthey
 
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