Sozialpolitik

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Beitragvon MatthiasDilthey » 11. Januar 2012, 22:35

Das von Bismarck eingeführte Sozialsystem hatte sich doch über viele Jahrzehnte bewährt; jetzt steht es vor dem finanziellen Kollaps.

Anstatt die Frage zu klären, warum das System vor dem Aus steht, haben die Regierungen durch fiskalische Maßnahmen wie Beitragserhöhungen, Leistungsstreichung und Deckelungen erfolglos versucht, den Zusammenbruch zu verhindern.

Dabei wurde lediglich nicht beachtet, daß die Bemessungsgrundlage, das Arbeitseinkommen, nicht zukunftsorientiert war.

Bismarck hat das Arbeitseinkommen als Bemessungsgrundlage nehmen können, denn es stand damals in einem festen Zusammenhang zur Produktion - ohne Arbeit kein Produkt.

Das Arbeitseinkommen spiegelte somit exakt die Produktivität. In Wirklichkeit hat Bismarck also die Produktivität zur Finanzierung des Sozialsystems herangezogen.

Stellen wir die Bemessungsgrundlage, weg vom Arbeitseinkommen, auf die Produktivität um, wird das System auch in der Zukunft funktionieren.

Jedoch fehlen dann individuelle Beitragszahlungen, so daß auch Auszahlungen nicht individuell, sondern pauschalisiert erfolgen müssen.

Ein weiterer Vorteil einer produktivitätsabhängigen Finanzierung der Sozialsysteme besteht darin, daß auf diesem Weg auch die in Niedriglohnländern produzierten Waren und Dienstleistungen, die nach Deutschland importiert werden, zum Beitrag zur Sozialversicherung herangezogen werden.

Weiterhin wird so sichergestellt, daß auch Wertschöpfungen aus Kapitalvermögen, Provisionen, Spekulationen und Immobilien etc. zur Finanzierung des sozialen Netzes ihren Beitrag leisten.
„Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, ob was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter - Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.”
(Jean-Claude Juncker erklärt seinen EU-Kollegen die Demokratie)
MatthiasDilthey
 
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